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Vor wenigen Tagen wurde ein uns in der Aquaristik schon länger bekannter Pseudolithoxus beschrieben. Erstmals wurde ein Einzeltier dieser Art im Jahr 2003 von Jens Gottwald (Aquatarium / Panta Rhei) aus dem Rio Trombetas von der Cachoeira Porteira importiert und von Ingo Seidel dann als Pseudolithoxus sp. (L 385) in der DATZ vorgestellt. Die Fänger der Firma Panta Rhei aus Brelingen in der Wedemark bei Hannover konnten im Jahr 2015 erstmals einige Tiere im Rio Branquinho fangen und aus ausführen.

Der Rio Branquinho ist ein kleiner Schwarzwasserfluss der über den Rio Jauaperi in den Rio Negro entwässert und geografisch weit vom Rio Trombetas entfernt liegt. Interessant ist hierbei vor allem, dass es sich beim Rio Branquinho um ein Schwarzwasserhabitat handelt, währenddessen der Rio Trombetas ein Klarwasserhabitat ist.

Nun haben Rupert Collins und Kollegen in ihrer Arbeit „Biogeography and species delimitation of the rheophilic suckermouth catfish genus Pseudolithoxus (Siluriformes: Loricariidae), with the description of a new species from the Brazilian Amazon“ diese Art als Pseudolithoxus kinja wissenschaftlich beschrieben.

Im Frühjahr 2016 hatte ich die Gelegenheit den Rio Branquinho in Roraima, Brasilien besuchen zu können. Wir kamen am Spätnachmittag an einer Brücke über den Rio Branquinho. Unser Fänger ging sogleich in den Fluss und konnte binnen weniger Stunden mehr als ein Dutzend dieser Tiere fangen. Diese gelangten dann später mit einem kommerziellen Export zur Panta Rhei nach Brelingen.

Der Rio Branquinho ist ein Schwarzwasserfluss mit einer mittleren Fließgeschwindigkeit. Der Bodengrund besteht aus Sand, der immer wieder mit verschiedenen Kieselsteinen versetzt ist. Gefangen wurden die Pseudolithoxus in der stärkeren Strömung an einigen größeren Felsen. Zusammen mit den Welsen konnten wir auch noch Nannostomus, Crenicichla und auch noch einige Erdfresser fangen.

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